Bavaria Musikstudios, später Nachmittag. Wir warten und vertreiben uns die Zeit mit Kracherlschlürfen und dem eingehenden Studium der Autogrammkarten an den Wänden. Graf Isolan kommt zu spät, und natürlich entschuldigt der weite Weg sein Säumen. Endlich vollzählig beginnen wir mit den Sprachaufnahmen. Die drei Gracchen, heute mit Ambros zum Quartett aufgestockt, tauen langsam auf. Wie vorauszusehen war, läuft eine ungenannt bleiben wollende Hopfenland-Primadonna zur Höchstform auf (Name der Redaktion bekannt!), kann den stoischen Tonmeister jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Wir arbeiten gut und mit Einsetzen von Dunkelheit und Regen sind wir durch. Hoc erat in votis. Vom abendlichen Gelage, das die Cena Trimalchionis zu einer müden Brotzeit degradieren sollte, soll an anderer Stelle berichtet werden...Deppen, Gracchen und Kracherl: Sprachaufnahmen.
Bavaria Musikstudios, später Nachmittag. Wir warten und vertreiben uns die Zeit mit Kracherlschlürfen und dem eingehenden Studium der Autogrammkarten an den Wänden. Graf Isolan kommt zu spät, und natürlich entschuldigt der weite Weg sein Säumen. Endlich vollzählig beginnen wir mit den Sprachaufnahmen. Die drei Gracchen, heute mit Ambros zum Quartett aufgestockt, tauen langsam auf. Wie vorauszusehen war, läuft eine ungenannt bleiben wollende Hopfenland-Primadonna zur Höchstform auf (Name der Redaktion bekannt!), kann den stoischen Tonmeister jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Wir arbeiten gut und mit Einsetzen von Dunkelheit und Regen sind wir durch. Hoc erat in votis. Vom abendlichen Gelage, das die Cena Trimalchionis zu einer müden Brotzeit degradieren sollte, soll an anderer Stelle berichtet werden...Geschrieben von Konstantin Ferstl - Buch & Regie am 11.4.08
Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an. Erste Skizzen aus dem Studio.
Selbst der mittlerweile tragisch verschiedene Anarcho-Pädagoge und Zaubermeister Albus Dumbledore gestand der Musik eine weit größere Magie zu, als all den kleinen Zaubertricks auf dem Hogwarts-Lehrplan. Wie weise. Seit März arbeitet Christoph nun an der Musik zu "Tage wie Jahre". Die meiste Zeit verbringt er natürlich mit dem Polieren seiner Preise, aber hin und wieder sitzt er auch vor "Tage wie Jahre" und unterlegt die quirinalische Via Dolorosa mit seinen exquisiten Klängen (Überteibung nicht ausgeschlossen/Anm.d.Red.). Ich bin natürlich aufgeregt wie ein Schuljunge, und vermutlich deshalb genauso aufdringlich. Also verbringe ich jetzt eine Menge Zeit links hinter Christophs Schulter, um möglichst viel vom Fortschritt mitzubekommen. Was nicht nur zur Folge hat, dass Christophs Trophäen etwas Staub angesetzt haben, sondern auch, dass sich zu meiner ungesunden Ernährung jetzt also auch noch die Speisekarte der Thai-Metzgerei aus der Klenzestraße gesellt hat. Das dort heimische Karibik-Spezi mausert sich allmählich zum Geheimtipp. Heute höre ich zum ersten Mal 1M03, die Stelle, an der Quirinalis und Joker ihren langen, nächtlichen Heimweg antreten. Ein wunderbar lakonisches Piano. Ich bin gespannt, was noch kommt...Geschrieben von Konstantin Ferstl - Buch & Regie am 1.4.08
Von Nachtschicht und Erdnuss-Sauce. Immer noch im Schneideraum.
Die Schneideräume in der Brecherspitzstraße waren niemals ein sonderlich heimeliger Ort. Aber seit dem Rauchverbot strahlen die Wände dort in etwa so viel Lebensfreude aus, wie Robert Schumann kurz vor dem Freitod. Das Kelheimer Finanzamt ist ein Rokokoschlößchen gegen diesen Bunker. In unserem Kabuff versucht ein Bild von Will Oldham eine wohldosierte Prise anarchischer Fröhlichkeit zu verbreiten, was ihm jedoch nur bedingt gelingt, da René und ich wie zwei Uboot-Navigatoren auf den Bildschirm starren. Hinter uns stapeln sich Spezi-Flaschen und Holler-Schorlen. Kanadische Postrock-Kollektive dröhnen aus den Schrammel-Boxen und unterlegen das tausendmal Gesehene mit urbanem Weltschmerz, der zusammen mit den Bildern aus Niederbayern eine verrückte Mischung ergibt. Zumindest erscheint es mir um diese Uhrzeit so. Wie oft ich nun schon in Reis mit erkalteter Erdnuss-Sauce gestochert habe, weiß ich nicht mehr. Irgendwann sind wir dann tatsächlich fertig. Die Nachtschicht geht zu Ende, die Fließbandarbeiter der Kulturindustrie schlendern schwerfällig über die verlassenen Straßen. Die S-Bahnen fahren wieder. Ich klammere mich müde an Neruda und taumle die letzten Schritte nach Hause.Geschrieben von Konstantin Ferstl - Buch & Regie am 11.3.08
Lebt wohl ihr Berge! Ein letzter Alpendrehtag.
Geschrieben von Konstantin Ferstl - Buch & Regie am 19.2.08
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