Quiriten, Freunde, Bürger Roms! Vor genau zehn Jahren posierte dieser pubertäre Angeber in Westminster. Langsam beginnt nun auch für "Tage wie Jahre" schon die Zeit der Jahrestage. Der alte Madeleineknabberer vom Boulevard Haussmann möge mir verzeihen, wenn ich ihn ungenau zitiere, aber wenn der beste Teil unserer Erinnerungen, wie er sagt, außerhalb von uns ist (ich glaube, er spricht von Wind und Kaminfeuer), dann kann ich dieser Memorabilia-Revue jetzt also noch etwas ganz besonderes hinzufügen. Der beste Teil meiner Erinnerungen ist jetzt nicht mehr nur an Orten, in Winden und Kaminfeuern, sondern steckt jetzt also auch in einem Film, der meine eigenen Erinnerungen panegyrisch verklärt. Das ist wahrlich ein Privileg. Dafür möchte ich allen danken, die bei der Entstehung von "Tage wie Jahre" mitgewirkt haben und so meine filmische Selbsttherapie ermöglicht haben. Habet enim praeteriti doloris secura recordatio delectationem. Vale.Am Ende der Tage wie Jahre. Ein Panegyrikus.
Quiriten, Freunde, Bürger Roms! Vor genau zehn Jahren posierte dieser pubertäre Angeber in Westminster. Langsam beginnt nun auch für "Tage wie Jahre" schon die Zeit der Jahrestage. Der alte Madeleineknabberer vom Boulevard Haussmann möge mir verzeihen, wenn ich ihn ungenau zitiere, aber wenn der beste Teil unserer Erinnerungen, wie er sagt, außerhalb von uns ist (ich glaube, er spricht von Wind und Kaminfeuer), dann kann ich dieser Memorabilia-Revue jetzt also noch etwas ganz besonderes hinzufügen. Der beste Teil meiner Erinnerungen ist jetzt nicht mehr nur an Orten, in Winden und Kaminfeuern, sondern steckt jetzt also auch in einem Film, der meine eigenen Erinnerungen panegyrisch verklärt. Das ist wahrlich ein Privileg. Dafür möchte ich allen danken, die bei der Entstehung von "Tage wie Jahre" mitgewirkt haben und so meine filmische Selbsttherapie ermöglicht haben. Habet enim praeteriti doloris secura recordatio delectationem. Vale.Geschrieben von Konstantin Ferstl - Buch & Regie am 1.9.08
Madeleine mit Obatzda. Eine nostalgische Kaffeefahrt.

Treue und aufmerksame Leser dieses Blogs mögen beim Autor dieser Zeilen vielleicht bereits einen schlecht versteckten Hang zur Nostalgie ausgemacht haben. Nun, das ist kein Geheimnis. Ein kalendarisches Jubiläum sowie die Wärme der letzten Sommertage erweckte dann sogar in den beiden nüchternen Zahlenjongleuren Dr. Max Frauenknecht und Benedikt Böllhoff (FDP) das Verlangen nach einer romantisch verbrämten Wanderung auf den eigenen Spuren (blumige Ausschmückung im Dienste der Verständlichkeit/Anm.d.Red.). Und so trafen wir uns da, wo einst alles seinen Anfang nahm: Im Biergarten natürlich. Die Kaffeefahrt begann auf Abensbergs Stadtplatz, sozusagen der guten Stube der Produktion, dann schipperten wir den Großen Strom hinauf. Kaperten einen Donaudampfer, grüßten devot aus der Ferne die Befreiungshalle, rauchten auf dem Eichberg in teenagerhafter Momentverklärung eine Zigarette und setzten schließlich, wie einst der gute und müde Joker, mit der Fähre von Hienheim nach Eining über. Dort tunkten wir unsere Madeleines tief in orangenen Biergartenkäse und ließen die Erinnerungen aus unseren Humpen aufsteigen, effektvoll in Szene gesetzt von der untergehenden Sonne und Zigarrenqualm aus Havanna. Und vielleicht werden wir, wenn wir eines Tages als Notare, Nudelprokuristen oder Aufsichtsräte auf jene Zeit zurückblicken, über die nostalgischen Schwärmer von damals lächeln. Oder nicht?
Geschrieben von Konstantin Ferstl - Buch & Regie am 29.8.08
Weißer Rauch und Zigarrenqualm: Der Film ist fertig!
Annuntio vobis gaudium magnum! Nach eineinhalb Jahren Arbeit ist es nun endlich soweit: "Tage wie Jahre" ist fertig. Ein wenig seltsam ist es schon. Kein Zielstrich, kein Gipfelkreuz, keine fühlbare Zäsur. Nur ein Lieferschein und ein leeres Kino in der Türkenstraße. Nun liegt die Kopie bei mir auf dem Regal, zwischen Büchern und kitschigen Reiseandenken. Seine Uraufführung wird "Tage wie Jahre" bei den 42. Internationalen Hofer Filmtagen im Oktober haben. Danach folgen dann auch endlich die lange versprochenen Aufführungen im Abensberger Kino, bevor die filmischen Leiden des jungen Q. dann Ende November im Rahmen der BR-Kurzfilmnacht ausgestrahlt werden. Jaja, so is des, würde Jokers Vater dazu sagen. À bientôt...Geschrieben von Konstantin Ferstl - Buch & Regie am 31.7.08
Canción de jinete. Was in Andalusien geschah.
Auch wenn ich den Weg kenne, werde ich nie in Cordoba ankommen, sagt García Lorca. Natürlich meinte er nicht "das" Cordoba, jene austro-fußballerische Exklave, die die Kronen-Zeitung während der Fußball-EM so oft beschworen hatte, wie Erwin Huber den Mittelstand. Aber ein bißchen Fußball war schon im Spiel, als Christoph und ich zur Huldigungsreise ins Lande des Europameisters aufbrachen. Von Madrid aus ging es also Richtung Cordoba, doch wir erreichten es ebensowenig, wie der Reiter in García Lorcas Gedicht. Vielmehr bogen wir nach Osten in Richtung der Berge ab, "wennst neifahrst links", wie der Bayer zu sagen pflegt, und erreichten, wie im letzten Jahr, Úbeda, den Schauplatz der Internationalen Filmmusik Konferenz. And behold: Neben sonstigen Highlights wie Bruce Broughton im Hawaiihemd, oder den mit charmant-schottischem Akzent vorgetragenen Anekdoten von Patrick Doyle, wartete eine Live-Performance von Christoph und mir auf die ahnungslosen Spanier (die dafür sogar Geld bezahlen mussten/Anm.d.Red.). So kam also "Nameless Nostalgia" aus dem "Tage wie Jahre"-Soundtrack zu einer Uraufführung im ehrwürdigen Hospital de Santiago; der, wie wir finden, charmantesten Konzertlocation überhaupt. Fünf Tage im Herzen Andalusiens. Über die Sierra Nevada nach Granada. Die Alhambra sehen und sterben. Nach einem letzten Abendmahl mit aceitunas, clara und Montecristo No. 4 bei "El Tito" brach die müde Reiterschar gen Madrid auf und ließ die Türme, Sherry-Stiere und Olivenhaine hinter sich, durchquerte durstig La Mancha und erreichte Madrid am Abend des darauffolgenden Tages. Cordoba, weit weg, und einsam.
Geschrieben von Konstantin Ferstl - Buch & Regie am 18.7.08
Magenta, Cyan & Oranje. In der Farbkorrektur.
Während München, der berühmten Thomas Mann-Phrase eingedenk, bei sommerlichen Temperaturen vor sich hin leuchtete, und die Neo-Schwabinger Gucci-Bohème in den Straßencafés die edle Blässe gegen eine sanfte Bräune einzutauschen gedachte, stiegen Martin und ich einmal mehr in die klimatisierte Dunkelheit der Postproduktion hinab. Die Farbkorrektur stand auf dem Programm. Zum Glück durften wir das dunkle Gelass mit einem alten Bekannten teilen: Stefan, der bereits bei "Lethe" am Bild gezaubert hatte, war auch diesmal wieder an Bord. Und so vergaßen wir bald das sommerliche Arkadien hinter den Vorhängen, und tauchten ein in die herbstliche Melancholie von "Tage wie Jahre". Am selben Tag, an dem wir gegen Magenta-Stiche kämpften, triumphierte auf dem grünen Rasen Orange über Azurblau, was für reichlich Diskussionsstoff in den Coffee&Cigarettes-Pausen sorgte. Trotz der Nebentätigkeit als Bundestrainer schafften wir in den zwei Tagen ein unglaubliches Pensum und kehrten rechtzeitig zum Juni-Monsun in die Freiheit zurück. Sic transit gloria mundi. Das gilt für Wetter und Weltmeister. Amen.Geschrieben von Konstantin Ferstl - Buch & Regie am 10.6.08
Gloomy Sunday oder: Wie ein Trauermarsch entsteht.
Geschrieben von Konstantin Ferstl - Buch & Regie am 1.6.08
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